Kai Krickel Geschäftsführer Parametric Technology, München

Gast der KEM

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Für Kai Krickel ist das Wochenende heilig. Warum ? Weil der Mensch Erholung braucht. Kai Krickel führt als Geschäftsführer nicht nur Einstellungsgespräche, sondern pflegt noch direkt den Kundenkontakt, der sich in dieser Branche nicht in feste Arbeitszeiten einzwängen läßt. Heute nennt sich PTC das weltweit sechstgrößte Software-Unternehmen.

Das Interview führte Herbert Neumann, KEM

KEM: Herr Krickel, die Gigantomie wird ja bekanntlich besonders in der CADCAM-Branche gepflegt. Jeder Anbieter will die Nummer 1 sein. An welcher Stelle platziert sich PTC im mechanischen CAD-Markt nach Ihren Untersuchungen in Deutschland, Europa und weltweit ?
Krickel: PTC hat im vergangenen Kalenderjahr einen Umsatz von 1,024 Milliarden US$ erzielt. Damit sind wir im CADCAM-Markt weltweit mit Abstand der größte Anbieter. Auch hinsichtlich der installierten Basis liegen wir weit vorn. Wir betreuen heute rund 120.000 Pro/Engineer-Systeme und ca 68.000 Cadds- und Medusa-Systeme. In diesen Zahlen spiegelt sich sowohl unsere Markt- als auch unsere Technologieführerschaft wieder.
KEM: Von einigen ihrer Wettbewerber wird die Kernel-Diskussion heftig angefacht. Diesbezüglich hört man von PTC wenig. Gibt´s da nichts erwähnenswertes ?
Krickel: Häufig wird gerade diese Diskussion ausgerechnet von Anbietern geführt, die entweder keinen stabilen Kern im Angebot haben, oder in Ermangelung einer kompetenten Ei-genentwicklung einen fremden Kern einsetzen. Pro/Engineer ist unser Kern und bis heute die erfolgreichste Eigenkern-Entwicklung im 3D-CADCAM-Markt. Diese Idee führte zur Gründung von PTC. Auch die Wettbewerber erkennen an, daß Pro/Engineer Maßstäbe in puncto Qualität gesetzt hat. Im übrigen messe ich dem Bestreben, die Wünsche unserer Kunden bestmöglichst abzudecken, weitaus mehr Bedeutung zu als der Kernel-Diskussion.
KEM: Als Unique-Selling-Point hebt PTC hervor, daß Pro/Engineer ein Arbeiten ermöglicht, ohne auf Aktualität von vielen Kopien und Varianten achten zu müssen. Das ist jedoch nicht der wichtigste Punkt von Pro/Engineer?!
Krickel: Zumindest ist dieser Punkt einer der wichtigsten Leistungsmerkmale von Pro/Engineer, also durchaus ein Unique Selling Point. Damit gewährleisten wir die prozeßsichere Durchgängigkeit, die sogenannte Assoziativität über alle Applikationen hinweg. Dabei liegt die Betonung auf prozeßsicher. Der große Vorteil für den Konstrukteur besteht darin, daß er sich voll und ganz auf seine eigentliche Arbeit, der Produktentwicklung konzentrieren kann. Wir tragen damit zu einer Straffung der Entwicklungsprozesse bei. Pro/Engineer überwacht für den Konstrukteur automatisch die Konsistenz der erzeugten Information wie Zeichnungen, Baugruppenschnitte oder Explosionsdarstellungen. Aus aktuellen Vergleichstests wissen wir, daß andere Programme hinsichtlich prozeßsicherer Durchgängigkeit wenig mehr als eine quasi Demo-Funk-tionalität vorzuweisen haben. Im Echtbetrieb zeigen sich dann sehr schnell die Schwächen von Programmen, deren Assoziativität nachträglich hinzugefügt wurde und die deshalb nicht aus einem Guß sein können. Dadurch muß der Kunde schließlich doch erheblichen Aufwand treiben, um die Konsistenz erzeugter Informationen prüfen und gewährleisten zu können. Pro/Engineer unterstützt dagegen den Konstrukteur in exzellenter Weise.
KEM: Ist die Übernahme des Produktes Windchill nicht eine Bankrott-Erklärung an die angestammten Pro/Intralink und Optegra-Produkte ?
Krickel: Windchill ist für PTC eine strategisch bedeutsame Produktfamilie und wesentlicher Wachstumsträger. Das System ist im PDM-Markt im Umfeld hochkomplexer und weit verteilter Applikationen positioniert. Es liegt damit leistungsmäßig deutlich über Pro/Intralink und Optegra, die ihren Platz eher in Anwendungen als CAD-nahes PDM-System finden. Zudem können wir uns vorstellen, daß sich das Leistungsspektrum von Windchill im weiteren Lebenszyklus in Richtung einer Enterprise-Lösung entwickelt.
KEM: In Deutschland gibt es 14.000 Unternehmen, die CAD einsetzen. In den D-A-CH-Ländern hat PTC ca. 3500 Kunden. Die Differenz ruft wohl eher nach einer Low-Cost- und Low-End-CAD-Lösung. Bleibt dieser Bereich unerreichbar für PTC ?
Krickel: Im Gegenteil. Wir bieten als einziges Unternehmen am Markt eine Produktpalette für sehr unterschiedliche Leistungsanforderungen an. Das Spektrum umfaßt den reinen Low-Cost-Arbeitsplatz für einfache Konstruktionsaufgaben im Preisbereich von 10.000 DM bis hin zu komplexen prozesskettenorientierten Engineering-Lösungen in der Preiskategorie nahe 100.000 DM. Auf der Basis von Pro/Engineer deckt PTC mit einem skalierbaren 3D-System vom PT/Modeller über Part/Modeller und Product/Modeller bis zum Process/Modeller unterschiedlichste Anforderungsprofile mit Best-of-Class-Lösungen ab.
KEM: Ergeben sich auch für den Pro/Engineer-Anwender in Deutschland Vorteile durch ihre kürzliche Übernahme von Computervision ?
Krickel: Mit dieser Übernahme hat PTC eine erstklassige Software-Entwicklermannschaft dazu gewonnen.
Die Ergebnisse werden sich schnell, insbesondere im Produktbereich PDM niederschlagen. Die Produktfamilien CADDS und Medusa bleiben erhalten, für diese Systeme hat PTC bereits die Support-Strukturen und Weiterentwicklungsbudgets bereitgestellt. Medusa ist im Preisbereich 10.000 als Stand-Alone-2D-System anzusiedeln, Cadds ist preislich ein Midrange-Produkt.
KEM: PTC erzielt ca. 70 % des Umsatzes mit Erweiterungsinstallationen. Welche Produkt-Gruppen sind das? Folgt daraus zwangsläufig ein Image-Wandel?
Krickel: Für uns sind diese 70 %, sprich 700 Millionen US Dollar eine wichtige Kenngröße. Diese Erweiterungsinvestitionen bedeuten für uns Folgegeschäfte mit der bestehenden Kundenbasis. Für uns ein sehr wichtiger Indikator für die Zufriedenheit der Kundschaft, welche die Prozeßketten mit Pro/Engineer verlängert oder weitere Pro/Engineer-Module installiert. Neben der Prozeßkette CAD-CAM bietet Pro/Engineer die Möglichkeit einer durchgängigen Nutzung des virtuellen 3D-Prototypen in vielen Bereichen der technischen Dokumentation, der Simulation und FEM-Analyse, aber ebenso im Bereich der Werbung, als photorealistische Darstellung bis hin zu Videosequenzen.
KEM: PTC-Produkte laufen unter Unix und unter Windows 95/NT. Welche Entwicklung sehen Sie für Unix-Anwendungen ? Steigend oder Fallend ?
Krickel: Für PTC ist der Windows/NT-Bereich prozentual seit Jahren stark wachsend. Wir installieren heute bereits über 30 % unserer Systeme auf NT-Rechnern, in zwei Jahren könnten das schon 50% sein. Wir haben von Anfang an unsere Software-Entwicklung an internationalen Standards orientiert. Damit müssen wir unsere Software heute nicht portieren wie andere Anbieter. In beiden Systemwelten stehen uns noch vielfältige Technologieschübe bevor. Wichtigstes Kriterium für den Kunden ist dabei, daß er in seiner Entscheidung frei bleibt und seine CAD-Software gleichzeitig unter Unix wie NT einsetzen kann.
Parametric Technology Corp. ist weltweit der sechstgrößte Software-Anbieter, hinter Unternehmen wie Microsoft, Oracle, SAP, CA und Compuware und führender Anbieter von CAD/CAM/CAE-Software zur Automatisierung der mechanischen Produktentwicklung sowie Lösungen zur unternehmensweiten Datenverwaltung. Derzeit sind bei weltweit knapp 20.000 Kunden ca. 120.000 Pro/Engineer-Arbeitsplätze und ca. 68.000 CV-Software-Lizenzen im Einsatz.Im deutschsprachigen Raum ist Parametric Technology GmbH neben der Zentrale in München mit weiteren 25 Dienstleistungszentren vertreten und betreut mit 480 Mitarbeitern über 3500 Kunden.
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