Andreas Pfannenberg Geschäftsführer Otto Pfannenberg GmbH, Hamburg

Gast der KEM

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Vor 30 Jahren begründete Otto Pfannenberg´s Filterlüfter die Schaltschrankklimatisierung. Daraus entwickelte sich die heute weltweit tätige Pfannenberg-Firmengruppe, spezilisert auf die Lüftung und Klimatisierung elektronischer Schaltschränke und auf Lieferung von Blitz- und Warnleuchten. Kapitän auf dem Expansionskurs dieses Nischenanbieters ist Andreas Pfannenberg, Sohn des Firmengründers.

Das Interview führte Horst Böhland, Red. KEM

KEM: Herr Pfannenberg, Ihr Vater gründete 1954 eine Industrievertretung mit Ingenieurbüro für industrielle Schaltanlagen und konzentrierte 1970 die Fertigung und den Vertrieb von Elementen für die Schaltschrank-Klimatisierung und von Blitzleuchten in der Otto Pfannenberg GmbH. Sie traten 1988 in die bereits damals ständigen Veränderungen unterworfene elterliche Unternehmensgruppe ein und wurden 1995 zum Geschäftsführer der Otto Pfannenberg Elektro-Spezialgerätebau GmbH berufen. War das nur Gehorsam des Sohnes zur Fortführung des Familienunternehmens?
!Pfannenberg: Die Übernahme der elterlichen Firma war für mich eine langfristige Option. Nach dem Ende meines Studiums bin ich als Verkäufer in ein japanischen Unternehmen in Deutschland eingetreten und hatte dann das große Glück, europaweit tätig sein zu können. Während dieser Zeit ist mein Vater 1983 verstorben, meine Mutter führte das Unternehmen mit Fremdgeschäftsführern weiter. Mit den multikulturellen Erfahrungen eines Verkaufsleiters Europa habe ich 1988 meine erste Karriere beendet und mich mit diesem Grundstock dann bewusst den externen Geschäftsführern des Familienunternehmens gestellt.
KEM: Auf dem dann siebenjährigen Weg zum Geschäftsführenden Gesellschafter und Kapitän der Pfannenberg-Firmengruppe säumten Barrieren und Untiefen das Lotsenboot. Was reizte Sie damals am meisten an der Pfannenberg-Kapitänsbrücke?
!Pfannenberg: Ganz klar die Herausforderung Aufgaben zu übernehmen und sie eigenverantwortlich zu lösen. Ich kannte die Mechanismen in einem Großkonzern und sah die Chance, aus einem Rohdiamanten einen Diamanten zu machen. Der mittelständische Rohdiamant Pfannenberg war mit europäischen Industrievertretungen sehr national orientiert. Ich sah die Herausforderung seiner Internationalisierung mit allen unternehmerischen Konsequenzen.
KEM: Seit Sie auf der Brücke die Verantwortung tragen haben Sie über 20 Mio. DM in das Wachstum der Firmengruppe gesteckt. Welches Ziel lag und liegt dem noch immer zugrunde?
!Pfannenberg: Ziel ist es, unsere Produkte weltweit für unsere Kunden verfügbar zu machen und ihnen durch hohe technische Kompetenz sowie Service vor Ort einen Mehrwert zu geben. Unsere Kunden werden internationaler, d.h. in Konsequenz, dass wir unsere Kunden vor Ort mit unseren Niederlassungen oder Partnern unterstützen müssen. Was sich für unsere Kunden in Deutschland oder in Europa bewährt hat, muss sich auch für unsere Kunden in anderen Kontinenten bewähren. Hinzu kommt, daß wir auch für unsere Endkunden mit entsprechendem Service durch kompetente Partner – in Kernmärkten mit eigenen Niederlassungen, in anderen Märkten mit Handelsvertretungen – verfügbar sein wollen.
KEM: Welche „Feuerschiffe“ für ein sicheres weltweites Pfannenberg-Fahrwasser der verbliebenen Kerngeschäftsfelder konnten Sie damit verankern?
! Pfannenberg: Unser Kerngeschäft heißt „Sicherheit für Mensch, Maschine und Umwelt“ durch Schaltschrankklimatisierung und durch optische sowie akustische Alarmierung.
Dabei gewährleisten unsere Produkte dem Nutzer, dass seine Maschine oder Anlage sicher ist, ein Bediener durch Blitzleuchten oder Schallgeber alarmiert wird und der die Maschine/Anlage steuernde Schaltschrank die richtige Temperatur hat
KEM: Wie werden sich diese Kernprodukte technisch weiterentwickeln?
!Pfannenberg: Wir geben jährlich fünf Prozent vom Umsatz für FuE zum Einsatz neuer Technologien aus. Daraus resultiert, dass ca. 35 Prozent unseres Umsatzes mit Produkten getätigt wird, die jünger als fünf Jahre sind.
KEM: Der Pfannenberg-Gruppenumsatz betrug bei 22 Prozent Umsatzsteigerung 58,4 Mio. DM im Jahre 1998, erwirschaftet mit 165 Mitarbeitern weltweit. Ist es nicht zu forsch, diesbezüglich von Pfannenberg als Globalplayer zu sprechen?
!Pfannenberg: Globalplaying ist für uns eine Frage des Selbstverständnisses, nicht von Mitarbeiterzahlen. Wir entwickeln und vertreiben Produkte für den Weltmarkt, z.B. eine eigene Produktserie für den nordamerikanischen Markt. In all unseren Niederlassungen gibt es kein deutsches Management. Dadurch bekommen wir multikulturelles Management in unser Haus und lernen von anderen.
KEM: Sie erwähnten Ihre Produktserie für den nordamerikanischen Markt. Kann man als Mittelständler, tätig in der Marktnische Sicherheit, in den dafür als grobschlächtig geltenden USA überhaupt Fuß fassen?
!Pfannenberg: Ja, das geht. Man muss auf Basis der Marktkenntis – auch in den USA sind unsere Kunden Mittelständler – seinen Weg mit aller Konsequenz gehen. Wir bedienen dort z.B. mit zwei Partnern über 1 000 Distributoren und werden zum Jahresende eine neue Fertigungsstätte mit 1 400 m² Produktionsfläche beziehen.
KEM: Ihre Unternehmensphilosophie ist: „Liquidität vor Rentabilität und Rentabilität vor Expansion“. Ist das Ihre Risikoabschätzung Marke Andreas Pfannenberg?
!Pfannenberg: So ist es! Risiko ja, aber überschaubar. Wir fangen konsequent klein an und sind jederzeit bereit, neu zu investieren, wenn es nötig ist. Wir wachsen nicht um des Wachsens willen, sondern wollen daraus auch noch ein vernünftiges Geschäft machen.
KEM: Sie setzen auf mehr Kundennähe, verbesserten Vertrieb, technische Beratung und After Sales Service mit kompententen Partnern. Mit welcher Organisationsform und mit welchen Haupt-Produktgruppen gehen Sie diese Strategie an?
!Pfannenberg: In den Hauptmärkten sind wir über-wiegend mit eigenen Niederlassungen präsent oder wollendiese aufbauen. In anderen Märkten arbeiten wir mit Handelshäusern zusammen. Die Schaltschrankklimatisierung ist für den globalen Markt unsere Hauptproduktgruppe. Die Alarmgeräte reisen auf deren Rücken mit, sind aber sehr europäisch.
KEM: Die Wärmeverluste in Elektronikschränken sind mit zunehmender Packungsdichte steigend. Wie beeinflußt das Ihre Schaltschrank-Klimatisierungs-Produkte?
!Pfannenberg: Unsere Kundenforderungen heißen: kompaktere Klimatisierungsgeräte, weniger umbauter Raum und verstärkt Lösung spezieller Kundenprobleme! Dafür entwickeln wir nicht nur neue Produkte und führen die technische Beratung durch, sondern beteiligen uns weltweit ganz konkret an Kundenprojekten wie z.B. bei Motorola, Ericsson, Nokia usw.
Die Pfannenberg-Gruppe
– Kernprodukte: Schaltschrank-Klimatisierungsgeräte, optische und akustische Signalgeber
n Konsolidierter Umsatz 1998: 48,8 Mio DM bei 22 Prozent Umsatz-zuwachs
n Auslandsumsatz über 50 Prozent ab 1999
n 35 Prozent des Umsatzes mit Produkten jünger als fünf Jahre
n Fünf Prozent des Umsatzes für FuE
n Niederlassungen in UK, USA, Frankreich, Italien
Ausführliche Informationen
Schaltschrank-Klimatisierung
KEM 401
Optische und akustische Signalgeber
KEM 402
Internet
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