Geschäftsführer U.I. Lapp GmbH

Dr. Ewald Bentz

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Oskar Lapp erfand vor über 40 Jahren mit Ölflex die erste industriell gefertigte Steuerleitung. Heute ist die Lappgruppe – ein Handelshaus mit eigener Fertigung – einer der weltweit führenden Anbieter von Kabeln, Leitungen, Kabelsystemen, Kabelzubehör, Steckverbindern und Kommunikationstechnik. In vier Sparten gegliedert, ist Lappkabel das Schwergewicht der Holding und die U.I. Lapp GmbH der Innovationsventilator im scheinbaren Nebel. Geschäftsführer Dr. Ewald Bentz schaffte mehr Klarsicht für KEM.

Das Interview führte KEM-Redakteur Horst Böhland

KEM: Herr Dr. Bentz, Sie sind Geschäftsführer der zu Lappkabel gehörenden U.I. Lapp GmbH. Was ist die U.I. Lapp GmbH innerhalb der Lapp-Gruppe?
Bentz: Oskar Lapp gründete zusammen mit seiner Frau das erste Pflänzchen der Lapp-Gruppe, die U.I. Lapp KG, bereits im Jahre 1959. Diese wurde zum Stammhaus und als heute noch größtes Unternehmen der Lapp-Gruppe in die U.I. Lapp GmbH, zuständig für technische Produkt-Entwicklung, Produktmanagement und Vertrieb, überführt. Auf dieser Grundlage lässt die U.I. Lapp GmbH nach eigenen Spezifikationen und Normen als Markenartikler bei den Lapp-Schwesterunternehmen oder bei Drittunternehmen fertigen.
KEM: Sie wechselten als Geschäftsführer vom Klemmenhersteller Weidmüller zu diesem familiengeführten Kabelunternehmen vor drei Jahren. Mit welcher Aufgabenstellung?
Bentz: Das waren in erster Linie die Verbesserung des Innovationsprozesses und die Optimierung der Abläufe innerhalb der Vertriebsgesellschaft.
KEM: Welche Pflöcke der Veränderung konnten Sie dafür bisher gemeinsam mit den Lenkern der Familie Lapp einschlagen?
Bentz: Wir richten das Unternehmen gegenwärtig nach den beiden Kernprozessen Innovationscycle und Supplycycle aus. Beides ist noch nicht abgeschlossen. Bisher ist es uns damit bereits gelungen, die Innovationszyklen und die Zeitdauern zwischen Kundenaufträgen und Ware beim Kunden dramatisch zu verkürzen sowie das Projektmanagement und den KVP noch mehr zu optimieren.
KEM: Was obliegt dem Innovationscycle, welche Erfolge brachte er bereits?
Bentz: Der Innovationscycle hat die Aufgabe, Produktinnovationen möglichst schnell und mit hoher Professionalität in den Supplycycle, also in den Markt, einfließen zu lassen. Dafür haben wir die Lapp-Gruppe strategisch auf fokussierte Kundengruppen ausgerichtet und stellen nach ganzheitlichen Lösungsansätzen für Kabel und Kabelzubehör entsprechende Technologien bereit. Dies, unsere geordneten Entscheidungsprozesse und klaren Verantwortungen im Projektmanagement reduzierten bereits die Produktdurchlaufzeiten um 50 Prozent und tragen mit dazu bei, dass Lapp auf der Hannover-Messe wieder sehr viele Neuheiten vorstellen wird.
KEM: Was bedeutet Supplycycle und was bringt dieser den Lapp-Kunden?
Bentz: Supplycycle kommt aus dem Amerikanischen. Er beschreibt den Prozess, der die Kundenbedürfnisse bei Anfragen, Angeboten, Bestellungen, Lieferungen und Serviceleistungen optimal befriedigt. Supplycycle richtet alle Funktionen des Unternehmens mit hoher Leis-tungsfähigkiet auf die Kundenbedürfnisse aus. Nachdem die Ware beim Kunden ist, möchte ich zum Anschlussauftrag kommen und diesen Lieferkreislauf jedes Mal verbessern.
KEM: Die Lapp-Struktur stellt sich neuerdings in vier Produktsparten dar. Who is who?
Bentz: Dies sind Kabel, Leitungen und Kabelzubehör bei Lappkabel, maßgeschneiderte, kundenspezifische Kabelsysteme bei Lappsystems, Industriesteckverbinder bei Contact Connectors und Kommunikationstechnik bei Neef Lappcom. Die Zielgruppen der ersten drei Sparten sind der Maschinen- und Anlagenbau sowie die industrieelle Automatisierung. Neef Lappcom erweitert Lapp zum Systemhaus für moderne, sichere IT-Lösungen.
KEM: Zur Bündelung des Know-hows wurde die Lapp-Holding am 1.10.2000 geschaffen. In dieser wurde Ihnen die Verantwortung für das Global Product-Management der Lapp-Gruppe übertragen.Wo liegt der Unterschied zur ähnlichen Verantwortung in der U.I. Lapp GmbH?
Bentz: Das Global Produkt-Managment ist eine Struktur, die, international ausgerichtet, in der Lapp-Gruppe den Innovationsprozess organisiert und bündelt. Dem gegenüber hat der Supplycycle sehr starke länder-kundenbezogene Ausprägungungen. Ein typisches Beispiel für den Erfolg dieser Organisationsstruktur sind die UL-/CSA-approbierten Leitungen. Bei deren Entwicklung wurden diese sehr stark von unseren amerikanischen Kollegen im Produkt-Management unterstützt. Marktreif entwickelt werden diese Leitungen jetzt für solche Kunden nach Europa rückgeführt, die in die USA auf Basis von UL und CSA exportieren.
KEM: Das technologisch-kundengruppenorientierte Business-Modell von Lapp ist im Indus-strie-Kabelbereich einmalig. Mit welcher technologischen Unterfütterung stellt sich damit Lapp auf den internationalen Märkten dar?
Bentz: Mit Entwicklungs- und Produktions-Know-how an weltweit 18 Produktionsstandorten. Durch hohe Investitionen, kundennahe Produktion und Vertrieb mit modernster Logis-tik in Europa und in außereuropäischen Ländern wie USA, Indien, Nordkorea und anderen Regionen. Eine großartige Leistung für ein Familienunternehmen, das sich selbst finanzieren muss.
KEM: Als Verantwortlichem für Entwicklung, Einkauf, Disposition, Logistik und Versand unterstehen Ihnen in Deutschland auch die drei Lapp-Distributionszentren. Warum, und was bringen diese dem Kunden?
Bentz: Die Bündelung der genannten Verantwortlichkeiten resultiert aus Innovations- und Supplycycle. Hinzu kommt, dass die hochkomplexen Abläufe in einem Logistikzentrum denen von produzierenden Fabriken ähneln. Unsere Logistikzentren in Stuttgat, Ludwigsburg und Hannover haben das größte Spezialkabel- und Kabelzubehör-Sortiment von allen Zulieferern in Europa auf Lager. Nach Auftragseingang erfolgen hier Disposition, Ablängen, Montieren, Konfektionieren, Verpacken und Versand. Mit einem der modernsten Logistiksysteme in der Kabelbranche garantieren wir einen reibungslosen Lieferservice innerhalb 24 Stunden für Deutschland und für weitere sechs europäische Ballungsgebiete. Bestellungen bis 15.30 Uhr sind am nächsten Tag beim Kunden.
KEM: Lapp ist weltweit mit seinen wichtigsten sechs Markenprodukten an 18 Produktionsstandorten aufgestellt. Wo sehen Sie als Verantwortlicher für den Innovationscycle weiteres Marktpotenzial?
Bentz: Möglichkeiten dafür sehe ich in der Optimierung der Sortimente und in der Entwicklung weitere Problemlösungen für bestehende Branchen, getrennt nach bereits abgedeckten und noch erschließbaren Regionen. Andererseits kann ich mir die Erschließung weiterer Branchen über die Lapp-Technologieschiene sehr gut vorstellen.
Fotos: Frank Herrmann
Ausführliche Informationen
Lappkabel-Hauptkatalog 2003
Quergefragt
Kabel bedeuten für mich in meinem Leben…
…eine komplett neue Herausforderung.
Bei zwei erwachsenen Kindern hat der Vater…
…versucht, sie zu aufgeschlossenen Weltbürgern zu erziehen.
Die wirtschaftliche Lage in Deutschland…
…ist eine Herausforderung.
Das Verstehen fremder Kulturen sind für einen weltreisenden Geschäftsführer…
…eine wesentliche Voraussetzung für Erfolg.
Der schwäbische Dialekt…
…strahlt eine gewisse Gemütlickeit aus und klingt mittlerweile gut in meinen Ohren.
Ein langjähriger Bartträger sollte…
…seinen Bart auch behalten, wenn es mal drüber und drunter geht.
„Bei der Kabelentwicklung sind weltweites Know-how, das Wissen um die Applika-tion und die Geschwindigkeit der Umsetzung die Erfolgsfaktoren”
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