Koco Motion GmbH, Dauchingen

Auf Schritt und Tritt

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Wer sich mit E-Motoren und deren Steuerung beschäftigt, der kennt natürlich den Namen Koco Motion. Hervorgegangen aus der Umbenennung von IMS Europe GmbH in die Koco Motion GmbH. Die Wortschöpfung Koco stammt von den Firmengründern Kocherscheidt und Coutu. KEM sprach mit dem Geschäftsführer Gerhard Kocherscheidt und mit Salesmanager Olaf Kämmerling über die Zukunftschancen für das Unternehmen.

Das Interview führte Herbert Neumann, Chefredakteur der KEM

KEM: Herr Kocherscheidt, welchen Kundenkreis spricht Ihr Haus an?
Kocherscheidt: Wir sprechen alle potenziellen Kunden an, die ein Antriebsproblem im Leistungsbereich bis 500 W lösen müssen. Da wir uns als Systemhaus verstehen, haben wir auch die verschiedenen Techniken im Portfolio – angefangen vom einfachen Eisenanker DC- Motor über eisenlose DC-Motoren wie Flachläufer und Glockenläufer, bürstenlose DC-Motoren, DC-Servomotoren, permanentmagneterregte Schrittmotoren, Hybrid-Schrittmotoren bis hin zu servogeregelten Schrittmotoren. Dazu bieten wir das notwendige Zubehör, also Untersetzungsgetriebe wie Stinrad-, Planeten- und Sondergetriebe, Encoder, Bremsen und Steuerungen.
KEM: Liegt das Produktsortiment in erster Linie bei Schrittmotoren?
Kämmerling: Schrittmotoren und Gleichstrommotoren halten sich die Waage. Bei kleinen batteriebetriebenen Geräten werden vorzugsweise DC-Motoren eingesetzt, bei größeren Leistungen ist es mal eine technische Notwendigkeit – oft auch eine Glaubensfrage des Anwenders, welche Technik eingesetzt werden soll. Nach wie vor legen sich viele Kunden entweder auf die Schrittmotoren-Technik oder auf die DC-Servotechnik fest. Mit den servogeregelten Schrittmotoren verbinden wir die Vorteile der beiden Techniken zum Wohle des Kunden.
KEM: Warum engagiert sich Koco Motion so stark im asiatischen Raum?
Kocherscheidt: Alles begann mit den Mdrives – den Schrittmotoren mit integrierter Elektronik. Meines Wissens war das Unternehmen IMS Inc., Connecticut, USA, damals der erste Anbieter von Schrittmotoren mit programmierbarem Motion Controller am Weltmarkt. Die Schrittmotoren kamen aus China und die hochintegrierte Steuerung war von David Coutu und seinem Team entwickelt worden. Damals fuhren wir gemeinsam nach China, um unsere Hersteller auf unsere Qualitätsansprüche einzuschwören. Daraus wurden gute partnerschaftliche Verhältnisse, aus denen sich auch der Export der Mdrives und der Elektroniken nach Asien entwickelte. IMS hatte schon damals eine Kooperation mit einem Distributor für gemeinsame Montagearbeiten in China. Heute haben wir mit unserer Mehrheitsbeteiligung am Unternehmen Dinko einen zuverlässigen Standort für Einkauf, Qualitätskontrolle und System-Montage in China mit Import- und Export-Lizenz.
KEM: Als was ist Koco Motion anzusehen, als Hersteller oder als Distributor?
Kocherscheidt: Wir sind beides, wir haben eine Endmontage in Dauchingen und Vormontagen in Tunesien und China. Die DC-Flachmotoren fertigen wir selber, für alle anderen Komponenten haben wir exklusive Fertigungs- und Distributionsverträge mit Partnern aus der ganzen Welt. Durch unsere Kooperation mit Konstruktionsbüros und Fertigungspartnern erstellen wir für unsere Kunden Kombinationen aus Baugruppen, also Motoren plus Getriebe plus Zubehör, oder entwickeln komplette Systeme nach Kundenwunsch. Weiterhin sind wir Distributor, wenn es rein um die einzelnen Produkte unserer Fertigungspartner geht.
KEM: Inwieweit ermöglicht das neuerdings angebotene Gateway die Einbindung üblicher Feldbusse?
Kämmerling: Gateways dienen generell der Übersetzung und Anbindung von vorhandenen Schnittstellenprotokollen zu anderen Schnittstellen und Feldbus-Systemen. Mit dem neuen Ethernet-Gateway können Schrittmotor-Steuerungen der Mforce-Baureihe und integrierte Schrittmotorantriebe der Mdrive-Baureihe mit serieller RS485/422-Schnittstelle und ASCII-Befehlssatz über das Ethernet-Gateway in Ethernet-basierte Bus- und Feldbussysteme eingebunden werden.
Über ein Konfigurationsprogramm werden die entsprechenden Parameter, Datenobjekte und die IP-Adresse eingestellt. Über die den jeweiligen Port wird ausgewählt, auf welches der folgenden Ethernet-Protokolle der Mcode genannte ASCII-Befehlssatz der RS485/422-Schnittstelle umgesetzt werden soll: EtherNet/IP, Modbus TCP oder MCode over Ethernet (ASCII-Befehlssatz).
Aufgrund der Vielzahl der bereits existierenden RS485/422-basierten Mforce-Steuerungen und der integrierten Mdrive-Schrittmotorantriebe ergeben sich neue Möglichkeiten verschiedenste Antriebe in ein entsprechendes Ethernet-basiertes Netzwerk einzubinden.
KEM: Wie ist das Produkt servogeregelte Schrittmotore zu definieren?
Kocherscheidt: Bei den servogeregelten Schrittmotoren handelt es sich um Kombinationen aus Schrittmotor mit hochauflösendem Encoder und einer sogenannten „intelligenten Steuerung“, die es ermöglicht, den Schrittmotor wie einen Servomotor zu kontrollieren und zu einem Servomotor- Verhalten zu zwingen. Wie bei einem Gleichstrom-Servomotor benötigt der Schrittmotor nur noch den dem Drehmoment entsprechenden Strom. Er entwickelt von Beginn an sein volles Drehmoment und fällt bei Überlastung nicht außer Tritt. Man kann mit ihm Drehmomente einstellen, Geschwindigkeit regeln und Positionieren.
KEM: Welche Aufgaben hat Koco Motion üblicherweise als Systemanbieter zu lösen?
Kocherscheidt: Unter Systeme verstehen wir „maßgeschneiderte Antriebslösungen“ und die Koco Motion GmbH bietet Komplettservice von der Einzelkomponente bis zum kompakten System. Es beginnt immer mit einer telefonischen, schriftlichen oder persönlichen Anfrage auf einer Messe oder durch einen Besuch unserer Technischen Berater vor Ort und zwar dann, wenn sich die Wünsche der Kunden nicht mit einem Standard Produkt erfüllen lassen. Im Idealfall hat der Kunde bestimmte Vorstellungen von Bauform, Leistungsaufnahme wie Spannung und Strom sowie der Leistungsabgabe wie Drehmoment und Drehzahl sowie der Umwelt- und Umfeld-Bedingungen.
Ist das nicht der Fall, wird gemeinsam mit dem Kunden ein Pflichtenheft erarbeitet.
Je nach Pflichtenheft besteht die gewünschte Antriebslösung aus Motor, Getriebe, Sensor, Gehäuse, Steuerungselektronik und Software – oder aus Teilen daraus.
Z.B. eine Ventilsteuerung mit mehreren Stellungen für verschiedene Ausgänge: Die gesamte Einheit betrachtet der Kunde als „Blackbox“, Gehäuse-Interface und Volumen sind vorgegeben. Wir konstruieren das Gehäuse und lassen es herstellen. Hinein kommt ein DC-Motor, ein angepasstes, neu konstruiertes Getriebe und ein passendes Potentiometer als Stellungsgeber. Es kann dann durchaus sein, dass der Motor von einem Vertragspartner aus China kommt und das Potentiometer von einem Zulieferer aus der Schweiz. Das Getriebe besteht dann aus Bestandteilen, die wir im Schwarzwälder Umfeld herstellen lassen. Bei uns in Dauchingen erfolgt dann die Endmontage der gesamten Antriebseinheit. Nach einer 100%-Endkontrolle wird diese dann ver- sendet. I
Koco Motion, Tel.: 07720 995858-1, g.kocherscheidt@kocomotion.de

Quergefragt
Bei meinen Reisen nach China …
…habe ich gelernt, mit dem Verkehrschaos umzugehen, ich fahre dort selbst mit dem Pkw (alle Antworten G. Kocherscheidt)
Jeder Mensch braucht Erholung …
… bei mir ist das der Fall, wenn ich mit dem Harley-Trike durch die Landschaft cruise
Die Zukunft des Euro …
… sehe ich nicht so kritisch, wie wir es täglich in den Medien hören und sehen. Es gilt, die Spekulanten in den Griff zu kriegen, die bewusst den Euro schwächen wollen
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