Große Leistungsschau der Galvano- und Plasmaoberflächentechnik

Auf Innovationskurs

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Der neu gegründete Zentralverband Oberflächentechnik (ZVO), der sich es zur Aufgabe gemacht hat, die Ressourcen und Aktivitäten der Branche zu bündeln, organisiert auf der diesjährigen Hannover-Messe in Halle 6, Stand A20 einen 2 000 m2 großen Gemeinschaftsstand unter dem Motto „Welt der Oberfläche”. Die den Messebesuchern aus den früheren Jahren gut bekannten Gemeinschaftspräsentationen Galvano-Land und Plasma- World wurden jetzt unter einem Dach vereint.

Der Autor Dierk Krauel ist Geschäftsführer bei ZVO Service GmbH, Düsseldorf

Gemeinsamer Auftritt
103 Spezialunternehmen und Institutionen treten gemeinsam an, um den Fachbesuchern aus dem In- und Ausland markante Fortschritte auf zahlreichen Gebieten der Oberflächentechnik zu demonstrieren. Unternehmer, Konstrukteure, Planer und Designer erhalten durch das konzentrierte Angebot wertvolle Produkt-ideen und eine einmalige Transparenz im Leistungsspektrum der Branche.
Im Mittelpunkt stehen neue dekorative und funktionelle Oberflächen, neue umweltfreundliche, ressourcenschonende Verfahren, neue Anlagen-, Komponenten- und Dienstleistungs-Konzepte.
Zentrale Themen des Messestands sind außerdem erhöhte Produktionssicherheit und gesteigerte Wirtschaftlichkeit. Dazu gehören energiesparende Anlagen, ausgereifte Arbeits- und Entsorgungskreisläufe und die Rückgewinnung von Rohstoffen.
Alles über Oberflächen
Weit über 1 000 ausgestellte Praxis-Beispiele geben den Messebesuchern Anregungen zu intensiven Fachgesprächen. Die Palette der Musterteile reicht von mikrometerkleinen Bauteilen aus der Mikrostrukturtechnik bis zum kompletten serienmäßigen Pkw, an dem die Gestaltungsmöglichkeiten durch vielseitige Oberflächentechnik verdeutlicht wird.
Eine ähnliche Informationsaufgabe erfüllt eine umfangreiche Literatur Präsentation. Etwa 400 aktuelle Broschüren mit Wissenswertem aus allen Bereichen der Galvano- und Plasmaoberflächentechnik unterstützen den Erfahrungsaustausch zwischen Oberflächentechnikern und Anwendern.
Als Messe-Renner wird sich wieder der begehrte Einkaufsführer Oberflächentechnik erweisen, den Fachbesucher kostenlos erhalten. Durch die ausführlichen Portraits aller Mitaussteller mit ihren kompletten Liefer- und Leistungsprogrammen behält dieses handliche Nachschlagewerk seine große Bedeutung als Einkaufshilfe weit über die Messe hinaus.
Neue Beschichtungsverfahren im Blickpunkt
Für fast alle Grundwerkstoffe wurden neue Schichtsysteme entwickelt – speziell für Stahl, Aluminium, Magnesium und Kunststoffe.
Gesprächsthemen auf der Hannover-Messe 2000:
– Wirtschaftliche Zink-Nickel-Legierungsabscheidung für höchste Ansprüche
– Umweltfreundlichere Passivierungen
– Neue Dispersionsschichten mit eingelagerten Mikrokapseln
– Neue Korrosionsschutzsysteme für Aluminium und Magnesium
– Neue Direktmetallisierung für fast alle Kunststoffe
Neben diesen wichtigen Neuheiten gibt es in der Leistungsschau „Welt der Oberfläche” zahlreiche Fortschritte im Detail – bei fast allen Mitausstellern, wie die folgenden Beispiele zeigen.
Mikrokapseln in der Galvanotechnik
Eine neue Klasse von Feststoffen, die in galvanische Schichten eingebaut werden können, sind die sogenannten Mikrokapseln, die am Fraunhofer-lnstitut für Schicht- und Oberflächentechnik IST in Braunschweig in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-lnstitut für Angewandte Polymerforschung IAP in Teltow entwickelt werden. Am Fraunhofer IST wird an einem System gearbeitet, das es ermöglicht, den Zustand von Verschleißschutzschichten z.B. bei Umformwerkzeugen oder Spritzgusswerkzeugen zu kontrollieren, ohne die Maschine stoppen zu müssen. Dazu wird unter die eigentliche Schutzschicht eine galvanisch abgeschiedene Zwischenschicht aufgebracht, die wirkstoffgefüllte Mikrokapseln enthält. Spezielle Sensoren, die als sogenannte elektronische Nasen z.B. in der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden, detektieren diese Substanzen, sobald diese durch Beschädigung oder normalen Abtrag der Schutzschicht freigesetzt werden. Diese Sensoren lösen dann ein Signal aus, das den Bediener warnt oder die Maschine automatisch stoppt.
Schwarz und dreiwertig
Schwarze Schichten mit kathodischem Korrosionsschutz sind bisher nahezu ausschließlich mit giftigem sechswertigen Chrom zu erzielen. Die Schwarzchromitierung Surtec 689 hingegen ist eine vollständig chrom(VI)freie dreiwertige Passivierung für Zink/Eisen mit gutem Korro-sionsschutz. Die Werte bis Grundmetallkorrosion sind genauso hoch sechswertigen wie mit herkömmlichen Schichten. Im Gegensatz zu diesen ist sie ohne jeden Braun- oder Grünstich und kann glänzend oder matt eingestellt werden. Eine graue Variante mit hervorragender Hitzebeständigkeit wird als Unterschicht für schwarze dünne Lacke eingesetzt.
High-Speed Hartverchromung
Das neue praxiserprobte System von Atotech für die Hochgeschwindigkeits-Verchromung von Kolbenstangen besteht aus der Dyna-Chrome Anlage und speziell darauf abgestimmter Verfahrenstechnologie. Der Dyna-Chrome Plater kann vollständig in den Fertigungsprozess integriert werden und ermöglicht so eine kontinuierliche, wirtschaftliche Produktion. Durch den hohen Automatisierungsgrad und den Wegfall normalerweise notwendiger Arbeitsschritte erreicht das System Produktivitätssteigerungen von bis zu 50 %.
Der speziell entwickelte Elektrolyt ermöglicht durch hohe Stromausbeute von 28 bis 30 % eine – im Vergleich zu schwefelsauren Chromelektrolyten – 5-fache Abscheidungsgeschwindigkeit. Die maßgenaue Hartverchromung auf Endschichtdicke wird somit möglich, das sonst notwendige Nachschleifen entfällt.
Oxidkeramikbeschichteter Planfräskopf aus Magnesium
Der Werkzeughersteller Fette hat einen Planfräskopf aus Magnesium für die Zerspanung von Metall entwickelt. Er wiegt zehn Kilogramm weniger als die Vergleichsausführung aus Stahl (Werkzeugdurchmesser von 250 mm). Der Planfräskopf ist mit axial justierbaren Kassetten bestückt, die jeweils eine Hartmetall-Wendeschneidplatte enthalten.
Vorteile dieser Magnesiumausführung: besseres Werkzeughandling durch weniger Gewicht sowie verminderte Maschinenbelastung durch geringere Massenträgheit und kleinere Fliehkräfte. Durch die spezielle Oberflächenveredelung Magoxid-Coat von AHC (eine kristsalline Oxidkeramik-Konversionsschicht) wird der Planfräskopf hinreichend vor Verschleiß und Korrosion geschützt.
Zink-Nickel-Schicht
Herbert Schmidt Oberflächentechnik HSO zeigt ein Zink-Nickel-System für höchste Anforderungen an den Korrosionsschutz. Das Verfahren bietet aufgrund sehr hoher Stromausbeute einen hohen Durchsatz bei kurzer Prozessdauer. Hieraus folgt eine extreme Kapazitätssteigerung, sowie hohe Ein-sparungen von Engergiekosten, Nacharbeitungen und Ausfallzeiten. Die Vorteile wie einfaches Handling und robuste Verfahrenstechnik werden ergänzt durch neue Passivierungen und Nachtauchlösungen.
Messung von Schichteigenschaften
Das laser-akustische Prüfverfahren (LAwave) zur Charakterisierung dünner Schichten (Institut Werkstoff- und Strahltechnik IWS Dresden) kann nun auch zur zerstörungsfreien Messung zylindrischer Bauteile angewandt werden. Nach dem MessSystem zur Bestimmung des Elastizitätsmoduls ebener Bauteile – der ermittelte E-Modul des Schichtwerkstoffes korreliert mit der Härte und charakterisiert somit die mechanischen Eigenschaften des Schicht-Substrat-Verbundes – wurde das Gerät für Erweiterung von ebenen auf zylindrische Bauteile auch neu designt. Jetzt kann die dringend notwendige Kontrolle der mechanischen Eigenschaften auch an Schichten durchgeführt werden kann, deren schnelle und zuverlässige Prüfung bisher problematisch war.
Ausführliche Informationen
ZVO Einkaufsführer
Oberflächentechnik
KEM 529
Mikrokapseln
KEM 530
Schwarzchromitierung
Surtec 689
KEM 531
Dyna-Chrome (Atotech)
KEM 532
Magoxid-Coat (AHC)
KEM 533
Zink-Nickel (HSO)
KEM 534
Prüfverfahren LAwave
KEM 535
Vier Sonderschauen
In vier speziellen Sonderschauen werden innovative Problemlösungen für das neue Jahrtausend präsentiert – aus nahezu allen Produkt- und Anwendungsbereichen, z.B. Automobil- und Zweiradtechnik, Luft- und Raumfahrt, Haushalt und Sanitär, Möbel, Büro, Freizeit und Sport, metallisierte Kunststoffe und… und…
Große Aufmerksamkeit verdienen interessante High-Tech-Anwendungen, z.B. aus den Bereichen Elektronik, Medizintechnik und Mikrostrukturtechnik.
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