Tagung in Los Angeles Solidworks 2017 - KEM

Tagung in Los Angeles

Solidworks 2017

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Die jährliche Anwendertagung von Solidworks fand dieses Mal in Los Angeles statt. In die Stadt der Stars und Sternchen kamen rund 5.000 Tagungsteilnehmer, die eine Show à la Hollywood erlebten, aber auch viel Interessantes über die Zukunft der Produktentwicklung und neue Funktionalitäten in der 3D-CAD-Software Solidworks erfuhren.

Stefan Graf, Fachjournalist, Darmstadt

It never rains in Southern California“ – ein ironischer Song von Albert Hammond, der im Februar in Los Angeles Realität wurde. Denn ein paar Zeilen weiter heißt es: „it pours, man it pours“. Es schüttete wirklich und die traditionelle Abendveranstaltung der Solidworks World 2017 versank fast im Regen. Das konnte aber die Solidworks-Gemeinde weder vom Feiern noch von den Veranstaltungen im riesigen Convention Center abhalten. Rund 5000 Teilnehmer folgten der Einladung der Tochter von Dassault Systèmes (DS) und erlebten auf einer riesigen Bühne eine unterhaltsame Show, lauschten Anwendern und erfuhren, wohin die Reise von Solidworks geht. Obwohl auch einige Vertreter des Dassault-Managements wie Bernard Charlès (CEO) und Monica Menghini (Executive Vice President Industry and Marketing) vertreten waren, stand die Veranstaltung doch ganz im Zeichen der Community. In der Zentrale hat man in den vergangenen Jahren verstanden, dass die wichtige Marke Solidworks im Konzern ihre Freiheiten und eine gewisse Eigenständigkeit braucht. Heute konzentriert man sich darauf, das DS-Portfolio geschickt zu verzahnen, ohne sich zu kannibalisieren.
Enge Verbindung zur Simulation
Gleich am ersten von drei Veranstaltungstagen stellte Solidworks-CEO Gian Paoli Bassi in diesem Zusammenhang auch eine Neuigkeit vor: Eine Topologieoptimierung für 3D-CAD-Modelle, die auf der Simulationssoftware Simulia aus dem DS-Portfolio basiert. Die neue Funktion soll eine enge Verbindung zwischen Simulation und Geometrie ermöglichen. Dadurch soll es Konstrukteuren ermöglicht werden, neue Produkte in kürzerer Zeit zu entwickeln, ohne Einschränkungen im Hinblick auf Sicherheit, Komfort, Leistung oder Lebensdauer und Flexibilität hinnehmen zu müssen. Bassi veranschaulichte diese Vorgehensweise in seiner Präsentation mit dem 3D-Modell eines Hebels, dessen Struktur per Simulation analysiert und automatisiert in die optimale Form gebracht wurde – eine wirklich interessante Funktion.
Eine weitere Neuerung ist die Integration von Camworks in Solidworks. Eine Partnerlösung von Geometric, die zwar schon sehr lange im Solidworks-Umfeld vertrieben wird, nun aber über eine deutlich verbesserte Integration eingebunden wurde. Das CAM-System ermöglicht in der Standardausführung das 2,5-Achs-Fräsen sowie Drehen und kann um Drehfräsen, 3-Achs-, Mehrachs- und Drahterodiermaschinen erweitert werden. Kishore Boyalakuntla, Senior Director Product Portfolio Management, erklärte hierzu, dass die CAM-Lösung nun Toleranzen aus der 3D-Produktdefinition (Modelbased Definition – MBD) von Solidworks auslesen kann und so ein optimiertes Fertigungsverfahren sowie optimale Werkzeugswege angewendet werden können. Ergänzt wird die CAM-Lösung mit einer Costing- und Inspection-Software aus dem eigenen Haus. Laut Boyalakuntla sind in die enge Integration rund anderthalb Jahre Entwicklungszeit geflossen, um gerade für kleinere Unternehmen eine effiziente CAD/CAM-Lösung anbieten zu können. Anspruchsvollere Anwender werden wohl auf die angebotenen Zusatzmodule zurückgreifen sowie auch weiterhin individuell programmierte Post-Prozessoren benötigen. Dies ist sicherlich auch so gewollt, um andere CAM-Partner nicht zu verprellen.
Die Software entscheidet mit
Im Hinblick auf das beständig gewachsene Solidworks-Portfolio von CAD, CAM, Datenmanagement, Simulation bis hin zu Fertigungsunterstützung wird deutlich, dass der Anbieter heute weit mehr als ein „CAD-Hersteller“ ist. CEO Bassi sprach daher auch von Smart Manufacturing. Er versteht darunter die Fähigkeit, vorhandene Informationen in 3D-Modellen zu nutzen, die zur Erreichung der Engineering-Ziele erforderlich sind. Die Software soll beispielsweise erkennen, wie Features gefertigt werden könnten, wie hoch die Kosten für die Fertigung sein werden, wie Toleranzen zu lesen und Oberflächen zu veredeln sind und auch bereits im Konstruktionsprozess zu entscheiden, wie Produkte gefertigt und montiert werden. Die Software soll dem Anwender also in der Produktentwicklungsphase viele Entscheidungen vereinfachen oder sogar abnehmen.
Auf großes Interesse stieß eine Funktion, die in der neuen Version von Solidworks enthalten sein soll: 3D Interconnect. Diese Funktion soll die Arbeit mit neutralen und nativen CAD-Daten aus verschiedenen CAD-Quellen ermöglichen – ohne dass die Daten importiert und in ein Solidworks-Format umgewandelt werden. Fremde Daten aus anderen CAD-Systemen können zukünftig direkt eingefügt und mit Referenzen zu den Originaldaten editiert werden. Teil- und Baugruppendateien werden aktualisiert, wenn Konstruktionsänderungen vorgenommen werden. Viele Unternehmen, insbesondere Zulieferer, die mit verschiedenen CAD-Systemen beziehungsweise CAD-Daten arbeiten, werden diese neuen Möglichkeiten sehr schätzen.
Strategie für das Internet der Dinge
Es gibt am Markt nicht nur technische Herausforderungen, die heute ein CAD/PLM-Anbieter bedienen muss, es ist auch immer eine Frage der Marktpositionierung und des Wettbewerbs. Während PTC sich inzwischen als „IoT-Company“ in Stellung gebracht hat, geht Solidworks einen anderen Weg: Man bietet die Werkzeuge für die Entwicklung der Hardware, überlässt aber alles Weitere einem Partnernetzwerk. Konkret sind Werkzeuge für die mechanische Konstruktion, Electrical und PCB für die Elektrik- und Elektronikentwicklung sowie das Datenmanagement im Portfolio. Damit können in einem System Geräte für das Internet of Things (IoT) entwickelt und getestet werden. Sobald die Software ins Spiel kommt, welche für den Betrieb der Hardware notwendig ist sowie die Verbindung zum Internet herstellt, kommen Partner wie Xively oder Rockwell Automation ins Spiel. Aber auch Lösungen aus dem Hause Dassault, wie beispielsweise 3D-Experience, Exalead oder Netvibes.
Die nächste Solidworks World wird im Februar 2018 wieder im „Sunshine State California“ stattfinden. Ob die Region ihrem Namen dann wieder Ehre macht, wird sich zeigen. co
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