Praktischer Umgang mit Normen Sicherheitstechnik für Maschinen mit Euchner – Teil 1 - KEM

Praktischer Umgang mit Normen

Sicherheitstechnik für Maschinen mit Euchner – Teil 1

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Gerade im Bereich der Sicherheitstechnik kann man zuweilen den Überblick verlieren, wann welche Norm auf welche Art und Weise eingesetzt werden soll. Um Maschinenbauern einen hilfreichen Überblick zu geben, starten wir in dieser Ausgabe eine Serie kompakter Beiträge, die sich mit den einzelnen Phasen der Entwicklung der Sicherheitstechnik einer Maschine beschäftigt.
Autor: Jens Rothenburg, Produktmanager sowie Normenexperte bei Euchner
Normen zur Sicherheit von Maschinen werden in drei Gruppen unterteilt: A-Normen sind übergeordnete Normen, die für alle Maschinen gelten. B-Normen befassen sich mit Sicherheitsaspekten oder mit Produktgruppen. Außerdem sind sie für alle Arten von Maschinen geeignet. C-Normen wiederum behandeln die Sicherheit von speziellen Maschinentypen, wie Fräs- oder Drehmaschinen – was sie für einen Maschinenbauer besonders wichtig macht. Sie referenzieren häufig übergeordnete Normen und nutzen diese somit normativ. Es gibt aber auch Fälle, in denen C-Normen gänzlich andere Forderungen stellen, als B-Normen. Im Rahmen der mit dieser Ausgabe startenden Artikelserie werden die übergeordneten A- und B-Normen betrachtet und es wird erläutert, wie sie im praktischen Umgang gut zu nutzen sind.
Konformitätsvermutung
Wenn Normen zur Beurteilung der in einer Maschine verwendeten Sicherheitstechnik genutzt werden, hat ein Maschinenbauer einen Vorteil – bei der Anwendung von harmonisierten Normen darf vermutet werden, dass die Maschinenrichtlinie, also das Gesetz, eingehalten wird. Als Beispiel soll die EN ISO 23125 – „Werkzeugmaschinen - Sicherheit – Drehmaschinen“ verwendet werden. Diese Norm ist eine C-Norm und sie ist harmonisiert. Als harmonisiert werden Normen bezeichnet, die unterhalb einer europäischen Richtlinie in einer Liste aufgeführt sind, die im Amtsblatt der EU veröffentlich ist. Die Liste ist im Internet auf dem Europa-Server zu finden (http://hier.pro/rgm9m). Durch Anwendung dieser Norm können somit die Forderungen der Maschinenrichtlinie für eine Drehmaschine erfüllt werden.
Aufbau der Normen
Der erste Abschnitt in jeder Norm definiert ihren Anwendungsbereich. Das ist auch der wichtigste Abschnitt, da ausgesagt wird, für welche Maschinentypen beziehungsweise Produkte die Norm genutzt werden kann. Bei der EN ISO 23125 sind das:
  • Bauart 1: Handgesteuerte Drehmaschine ohne numerische Steuerung
  • Bauart 2: Handgesteuerte Drehmaschinen mit begrenzten numerischen Steuerungsfähigkeiten
  • Bauart 3: Numerisch gesteuerte Drehmaschinen und Drehzentren
  • Bauart 4: Einzel- oder Multispindel-Drehautomaten
Im zweiten Abschnitt sind normative Verweise aufgelistet. Die Liste enthält alle Normen, die von der EN ISO 23125 referenziert werden. Hier finden sich sehr viele B-Normen und auch die derzeit einzige A-Norm, die EN ISO 12100. Auf diese übergeordneten Normen soll, wie bereits erwähnt, in dieser Artikelserie eingegangen werden.
Alle Entwicklungsphasen abdecken
Die Reihenfolge der einzelnen Artikel folgt den Phasen bei der Entwicklung der Sicherheitstechnik einer Maschine. Im ersten Schritt ist eine Risikobeurteilung erforderlich. Die Risikobeurteilung ist das Hauptthema der EN ISO 12100 – „Sicherheit von Maschinen - Allgemeine Gestaltungsleitsätze – Risikobeurteilung und Risikominderung“. Daran anschließend sollen beispielhaft einige Schutzeinrichtungen ausgewählt werden. Hierzu werden die EN ISO 14119 – „Sicherheit von Maschinen – Verriegelungseinrichtungen in Verbindung mit trennenden Schutzeinrichtungen - Leitsätze für Gestaltung und Auswahl“ sowie die EN ISO 14120 – „Sicherheit von Maschinen - Trennende Schutzeinrichtungen – Allgemeine Anforderungen an Gestaltung, Bau und Auswahl von feststehenden und beweglichen trennenden Schutzeinrichtungen“ verwendet. Weitere Normen rund um die trennenden Schutzeinrichtungen, die sich mit dem Abstand zur Gefahrenstelle oder auch den Öffnungen in der Schutzabdeckung beschäftigen, sollen ebenfalls thematisiert werden. Unter Verwendung der beiden Teile der EN ISO 13849 – „Sicherheit von Maschinen - Sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen“ werden dann zum Schluss der Reihe die kompletten Sicherheitskreise beurteilt. ik
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